Ausrüstung Teil 4: Tipps zum Zeltkauf

Auch was das Zelt angeht, könnte ich einen mehrseitigen Blogpost über Tipps zum Zeltkauf schreiben… Ich versuche es bleiben zu lassen ;c) und mich auf das Wesentliche zu konzentrieren. Wie gesagt, für einen Wochenendkurs bei uns in der Wildnisschule Weltenwandler reicht ein einfaches altes Zelt aus.

Wer jedoch ein neues Zelt kaufen möchte, weil er oder sie nicht nur einmal eine einzelne Nacht drin schlafen möchte, aber vielleicht auch eine Trekking- oder Wandertour damit unternehmen möchte; für diese Leute sind folgende Tipps gedacht:

Zunächst gilt es folgende Entscheidung zu treffen:

Einwandig oder Doppelwandig?

  • Ein einwandiges Zelt besteht, wie das Wort schon deutlich macht, aus einer einzelnen „Wand“ die einen vor den Elementen schützt.
  • Ein doppelwandiges Zelt, besteht aus einem Außenzelt und einem Innenzelt, und schützt einen also mit einer doppelten „Wand“ vor den Elementen.

Für die meisten Menschen, ist ein doppelwandiges Zelt, die richtige Wahl. Denn zum richtigen Einsatz eines einwandiges Zelt braucht es etwas Erfahrung und Kenntnis, damit man morgens nicht vom eigenen Kondenswasser geduscht wird (ein paar Tropfen im Gesicht machen ja nichts aus, aber wenn der Daunenschlafsack davon nass wird, hat man sein Ziel verfehlt).

Grundsätzlich bieten doppelwandige Zelte mehr Schutz, mehr Isolation, und verzeihen einem eine schlechte Platzauswahl für das Camp eher als ein einwandiges Zelt. Das heißt wenn man ein doppelwandiges Zelt an einem Ort aufbaut, wo Kondenswasser vorprogrammiert ist (zum Beispiel auf eine Wiese in einem Flusstal), dann wird das doppelwandige Zelt damit besser fertig werden als ein einwandiges. (Nicht desto trotz würde ich auch ein doppelwandiges Zelt -wenn es einigermaßen geht- dort nicht aufbauen….. Damit will ich nur sagen: einen guten Schlafplatz auswählen, will gelernt sein!).

Für Leichtwanderer oder Outdoor-enthusiasten mit Erfahrung kann ein einwandiges Zelt die richtige Wahl sein. Daniel und ich entscheiden je nach Tour und Gegebenheiten welches Zelt wir mitnehmen. Oft nehmen wir allerdings nur ein Tarp mit.

Ein Tarp ist nichts anderes als eine (idealerweise leichte) Plane, die einem vor den Elementen schützt. (Zusätzlich gibt es für Tarps Innenzelte zu kaufen, die den zweck eines Mückennetzes erfüllen.) Auch der Tarpaufbau will gelernt sein. Schwer ist das nicht (das unterrichten wir im Outdoor Kurs: UL Trekking & Wildnistouren), und es gibt einem Unmengen an Aufbaumöglichkeiten.




Materialauswahl

Zelte (ob nun einwandig oder doppelwandig) und Tarps gibt es in unterschiedlichen Materialien.

Die gängigsten Zelte sind PU oder Silicon-beschichtet.

  • PU beschichtet:

Vorteile von PU beschichteten Zelten: günstiger in Preis, wasserdichter, das Material dehnt sich nicht wenn es feucht wird (man muss also weniger nachspannen).

Nachteile von PU beschichteten Zelten: schwerer, weniger reisfest, weniger UV beständig (und somit geringere Lebensdauer)

  • Silicon-beschichtet (Silnylon)

Vorteile von Silicon-beschichteten (Silnylon) Zelten: Leicht, Reissfest, UV beständig

Nachteile von Silnylon Zelten: Material dehnt sich bei Feuchtigkeit (Nachspannen ist angesagt), niedrigere Wassersäule, Nähte werden vom Hersteller oft nicht selbst gedichtet und man muss selbst mit „Seamsealer“ Zuhause noch behandeln.

Zum Thema „Wassersäule„: Die Wassersäule gibt die „Wasserdichtigkeit“ eines Stoffes an. Wenn ein Zelt also mit einer Wassersäule von 5ooo mm angegeben wird, dann heisst das, dass das Material ein Druck von 5 m (also 5000mm) Wasser standhält ohne durchzutropfen. Theoretische gilt ein Material mit Wassersäule von 1300mm als wasserdicht; unserer Erfahrung nach aber hält dies in der Praxis nicht stand. Ein sehr guter Wert ist für den Boden eines Zeltes ist 10000mm und für eine Zeltplane 5000mm. Silnylon hat allerdings nur eine Wassersäule von 3000mm. Trotzdem benutzen Daniel und ich meistens ein Silnylon Zelt oder Tarp. Ein solches Zelt/Tarp reicht für die meisten Abenteuer aus.

  • Seit einigen Jahren gibt es nun (hauptsächlich in Amerika) Zelte und Tarps aus dem teuren Ultraleicht-material „Cuben Fiber“ (oder auch DCF: Dyneema Composite Fabric) zu kaufen. Das Tolle an diesem Material ist, dass es unglaublich leicht ist, wasserdicht ist und sich nicht dehnt. Nachteil ist, dass es empfindlich ist und man vorsichtig mit diesem Material umgehen soll. Ein Zelt oder Tarp aus diesem Material ist schon eine kleine Investition, die sich vielleicht nur für Freaks wie uns lohnt.

  

Zeltform

Auch Zelte gibt es in allen Größen und Formen. Manche Formen sind wind- und schneestabiler wie andere Formen.

Wenn ich nur daran denke, was ich dazu alles schreiben kann, dann fasse ich mir an den Kopf. Also schreibe ich hier nur stichpunktartig. Wer den Everest besteigt, der braucht vermutlich ein geodätisches Expeditionszelt. Für die meisten Leser hier wäre das aber übertrieben, ist klar.

  • Freistehend / nicht freistehend: Freistehende Zelte kommen theoretisch beim Aufbau ohne Heringe aus. Für nicht freistehende Zelte braucht man in der Regel minimum 2 Heringe (oder zwei Ankerpunkte) damit sie stehen bleiben (ein klassisches Beispiel ist das Tunnelzelt).
  • Form: Igluzelte, Giebelzelte, Tunnelzelte, Geodätische Zelte (und dann natürlich noch das Tarp, das viele Aufbaumöglichkeiten und -formen hat). Für Otto-Normal-Verbraucher (mja sorry, ich weiss, man soll nicht alle Leute über einem Kamm scheren, aber ich tues jetzt trotzdem) ist ein Igluzelt eine gute Wahl. Der Leichtwanderer, Bergbesteiger,… greift meist zu einem anderen Zelt.

 

Also noch mal zusammenfassend: Beim Zeltkauf gilt es zu entscheiden:

  • Doppelwandiges/einwandiges Zelt, Tarp?
  • Material: PU beschichtet, Silnylon, (Cuben Fiber/DCF)
  • Zeltform und freistehend / nicht freistehend

Falls du auch einen neuen Schlafsack oder eine neue Isomatte kaufen möchtest, dann gibt es unter folgenden Links:

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