Medizinwanderungen

Auf unseren Medizinwanderungen machen wir kurze Pilgerreisen in unsere innere und äußere Natur. Wir lassen den Alltag hinter uns, verbringen Zeit alleine draußen und kommen unserer eigenen Geschichte und Medizin auf die Spur. In einer festen Gruppe treffen wir uns vier mal im Jahr, begeben uns auf den Weg des Waldes und den Weg des Dorfes, und gehen durch die vier Jahreszeiten unserer menschlichen Natur.

Der Weg des Waldes

In naturverbunden Kulturen ist es selbst-verständlich, dass jeder Mensch Zeit alleine in der Natur verbringt, um lebenswichtige Fragen an die Natur zu stellen, um an die eigenen Grenzen zu gehen, um sich selbst immer mehr auf die Spur zu kommen, um sowohl seine Lebendigkeit als auch seine Vergänglichkeit zu spüren, und nicht zuletzt um sich als Teil des großen Ganzen zu fühlen. Diesen „Weg des Waldes“ zu gehen, ist in indigenen Kulturen ein wesentlicher Anteils des „Mensch seins“.

Der Weg des Dorfes

In unserer heutigen Kultur sind die Sologänge in die Natur eine Seltenheit geworden, wenn auch wir sie so sehr brauchen. Das Gleichgewicht zwischen dem „Weg des Dorfes“ und dem „Weg des Waldes“ ist verloren gegangen. Der Weg des Dorfes ist dominant geworden; dabei haben wir vergessen, was dieser Weg in ihrer Essenz bedeutet; nämlich sich gegenseitig mit dem Herzen zuzuhören, jeden Mensch mit seiner ganz persönlichen Gabe für die Gemeinschaft zu schätzen und das Bewusstsein, dass es die Geschichten der Wanderer braucht, um als Gemeinschaft zu wachsen.

Die einzelnen Wege sind jeweils nur der halbe Kreis. Um ganz Mensch zu sein, müssen wir beide Wege gehen

„I only went out for a walk and finally concluded to stay out till sundown,
for going out, I found, was really going in.“
John Muir

Eine Pilgerreise in die äußere und innere Natur

Bei unseren Medizinwanderungen eröffnen wir den Raum, sich auf den Weg des Waldes zu machen, sich mit seinen Fragen an die Natur zu wenden, alle Jahreszeiten des Mensch seins zu durchleben, und sich mutig in die Täler und auf die Berge seines Herzens zu trauen.
Ganz bewusst lassen wir die Gemeinschaft hinter uns, wagen uns über die Schwelle und verbringen Zeit alleine draußen. Heilige Zeit, in der alles möglich ist, in der wir die Sprache der Natur sprechen, in der wir mit dem Herzen hören, in der Bäume unsere Freunde sind, und das Reh uns eine Geschichte über uns selbst erzählt. In dem Spiegel der Natur sehen wir, was tief in uns steckt und darum bittet, gesehen und gehört zu werden.

Die „Medizin“, die wir finden, löst aber nicht die Probleme für uns. Wohl aber hilft sie uns, selbst kreativ und mutig zu sein, Vergangenes hinter uns zu lassen und weiter zu gehen. Süß schmecken tut sie auch nicht immer, denn manchmal spricht sie die unbequeme Wahrheit. Gleichzeitig ist sie oft subtil (wobei sie durchaus auch mal mit der Tür ins Haus fallen kann) und singt in der Sprache des unscheinbaren Zaunkönigs, spricht mit der Ruhe des schlafenden Fuches oder mit dem Atem des Nordwindes. Wenn wir die Sprache der Natur wieder verstehen lernen, dann werden wir unsere Medizin finden (oder vielleicht von ihr gefunden werden).

Teilen und Spiegeln

Mindestens genauso wichtig wie der Sologang in die Natur, ist die Rückkehr zur Gemeinschaft, der bewusste Schritt zurück ins Dorf.
Dabei erinnern wir uns an den alten Weg des Dorfes, bei dem ein Kreis von Ältesten auf den rückkehrenden Wanderer wartete, um seine Geschichte mit dem Herzen zu hören, um die Weisheit, die er aus der Wildnis mitgebracht hat, als Geschenk und Lehre für die ganze Gemeinschaft zu betrachten, und um das Gold seiner Erlebnisse zu spiegeln.



 

 

 

 

 

Gemeinsam um das Rad des Lebens

In den vier Terminen, an denen wir uns im Laufe des Jahres treffen, gehen wir einmal durch die vier Schilder unserer menschlichen Natur und machen den Kreis rund. Wir fangen im Süden an, und gehen danach durch die Nacht des Westens, durch den klaren Norden und den magischen Osten. Wir gehen den Weg des Waldes und des Dorfes, und entdecken, was es heisst, ganz Mensch zu sein, mit allem was dazu gehört, mit all unseren hellen und dunklen Seiten.

Termine und Dauer der Medizinwanderungen: 

Wir treffen uns mit einer festen Gruppe, 4 mal im Jahr. Einstieg ist jeweils zu den Southwalks im Sommer möglich. 

1: 19.- 20. August 2017: Southwalk im Sommer: Es gab einmal… mich
2:  28. -29. Oktober 2017: Westwalk im Herbst: Die Medizin in der Dunkelheit
3:   13. – 14. Januar 2018: Northwalk im Winter: Mein Geschenk für die Welt
4:   14. – 15. April 2018:  Eastwalk im Frühling: Ein Gespräch mit dem Gott, der sich Fuchs nennt

Wir treffen uns am Samstag um 12 Uhr mittags, und verbringen den Nachmittag, Abend, die Nacht und den Morgen auf Medizinwanderungen und in Gemeinschaft. Abreise ist Sonntags am späten Vormittag.

Neben den Medizinwanderungen selbst, beschäftigen wir uns auch mit den 4 Schilden  (nach Meredith Little und Steven Foster) der menschlichen Natur. Wir führen unsere Medizinwanderungen in der Tradition der School of Lost Borders aus Big Pine – Kalifornien durch, und sind dort selbst umfassend ausgebildet.

Ort: Taunus – Nahe Wiesbaden / Bad Schwalbach

Kosten: Insgesamt für 4 Termine (8 Tage): 300€ + 100€ Unterkunft und Verpflegung

Alle praktische Info’s zu den Medizinwanderungen: Anreise, Kursablauf, Unterkunft, Essen,… 

Hier anmelden

We need to share our story.
Not just for us so we feel heard,
but because other people need to hear it!