Ausrüstung Teil 3: Tipps zum Isomatten-Kauf

Wenigstens genau so wichtig wie der Schlafsack, damit es einem bei der Outdoorübernachtung schön warm bleibt, ist das worauf man sich bettet. Im Survivalfall tut es ein dickes dickes Laubbett. Wer es sich jedoch im Zelt oder unter dem Tarp oder einfach so draußen gemütlich machen möchte, braucht schon eine Isomatte.

Wie bereits in einem anderen Blogpost erwähnt, hat die Isomatte zweierlei Funktionen. Einmal soll sie das Schafen auf dem Boden bequemer machen, sowie ebenfalls verhindern dass die Bodenkälte zu dem Körper aufsteigt und ihn so abkühlt. Oft gibt es Menschen, die mir -trotz richtig fettem Schlafsack- erzählen, wie sie nachts einfach nur frieren. Dann schaue ich mir die Isomatte an und denke „Kein Wunder.“

Also, worauf achten beim Kauf der neuen Isomatte?

 Auch bei der Isomatte gibt es mehrere Varianten:

Aufblasbar oder Schaum

1. Die aufblasbare Isomatte. (Wie zB. die Therm-a-Rest NeoAir Xlite) Eine aufblasbare Isomatte ist idealerweise mehr als eine einfache Luftmatratze. Idealerweise ist im Innenleben nämlich ein Isolierungsmaterial oder eine Isolierungskonstruktion eingearbeitet. Das können Daunen sein, das kann Kunstfaser sein, dass kann Folie sein, die die Körperwärme reflektiert. Das kann eine Kombination dieser Materialien sein.

Vorteil dieser aufblasbaren Isomatten ist -für mich jedenfalls- der Komfort. Ich geniesse es sehr mich, nach einem Tag draußen, auf etwas Weiches hinlegen zu können. Als Seitenschläfer polstert eine aufblasbare Isomatte ganz gut, so dass meine Hüftknochen nicht auf den harten Boden liegen und mir nachts irgendwann weh tun. Ein weiteres Vorteil ist das viele dieser Isomatten heutzutage sehr klein verpackbar und auch leicht sind, und somit nicht viel Platz im Rucksack einnehmen.

Der Nachteil ist natürlich offensichtlich: Ein Loch in der Matte und die ganze Polsterung ist flöten. Das heißt, dass man mit einer aufblasbaren Isomatte grundsätzlich etwas vorsichtiger umgehen soll. Bevor ich meine Isomatte irgendwo hinlege, suche ich den Boden immer nach scharfen Gegenständen (wie scharfe Steine oder Tannennadeln) ab und entferne diese. In den ganzen Jahren hatte ich noch nie ein Loch in meiner Isomatte, aber ich bin auch wirklich vorsichtig. Wenn es doch mal passieren würde, ist es allerdings auch kein Drama. Die meisten Herstellern liefern ein kleines Flick-set zu der Isomatte dazu. Dann gibt es halt eine Reparatur „in the field“.

2. Die „Schaum“ (evazote) Isomatte. (wie zB die Therm-a-rest Z Lite) Eine Schaum Isomatte ist nicht aufblasbar sondern besteht aus einem evazote Schaummaterial, welches eine gewisse Polsterung sowie auch eine Isolierung bietet.

Vorteil einer solchen Isomatte ist die Robustheit. Da braucht man nicht jedes scharfe Steinchen wegzuräumen, kann man in der Mittagspause einfach mal schnell ausbreiten und ein Nickerchen machen,…

Nachteile sind, dass weniger Polsterung, und meist auch einen niedrigen Isolationswert vorhanden sind. Manche Menschen mögen jedoch nicht gern auf viel Polsterung oder auf „Luft“ schlafen (Rückenschlafer kommen mit dieser Isomatte meist gut zurecht), für diese Menschen ist eine Schaum Isomatte eine gute Wahl.

Isolationswert

Zusätzlich soll man beim Kauf einer Isomatte auf den Isolations- oder den R-Wert achten.

Umso höher dieser R-Wert, umso besser die Isolierung, umso besser eignet sie sich zum Einsatz bei kalten Temperaturen.

Ich schlafe bei Bergtouren auf einer Isomatte mit einem R-Wert über 5. Damit kann ich dann aber auch auf einem Schneefeld übernachten. Für Kurse im Winter bevorzuge ich ebenfalls eine solche Winter-isomatte. Für die meisten unserer Kurse in Mittel-Deutschland reicht eine Isomatte mit R-Wert 2-3 jedoch aus.

Form

Nicht zuletzt gibt es auch hier ähnliche Punkte, die man beachten soll, wie beim Kauf eines Schlafsacks: Länge, Breite, Form. Isomatten gibt es ebenfalls in allen möglichen Formen. Wenn Daniel und ich bei einer Ultraleichttour an Gewicht sparen wollen, dann nehmen wir zum Beispiel eine Isomatte mit nur 3/4 Körperlänge mit. Das heisst, die Isomatte reicht gerade mal bis zum Oberschenkel. Der Rest unserer Beine betten wir dann auf unseren leeren Rucksäcken, die auch etwas Isolierung bieten. Wenn ich in kalten Gebieten unterwegs bin, fangen meine Beine und Füße dann allerdings sehr schnell an zu frieren und dann wähle ich eine Isomatte mit voller Körperlänge.
Grundsätzlich würde ich sagen, dass die Isomatten mit voller Körperlänge schon bequemer sind und für die meisten Nutzer die bessere Wahl sind. Isomatten werden außerdem in unterschiedlichen Breiten angeboten. Wenn du weisst, dass du nachts hin und her wälzt, dann könnte es sich lohnen, eine etwas breitere Isomatte zu kaufen.

Gleiches gilt also wie beim Schlafsackkauf: Schau, dass die Isomatte dir bezüglich Länge, Breite und Schlafverhalten passt. Und dass  sie für den Einsatz bei den erwarteten Temperaturen, Gegebenheiten,… geeignet ist.

Also noch mal Zusammengefasst: Beim Neukauf einer Isomatte auf Folgendes achten:

  • Entscheiden zwischen aufblasbare Isomate und Evazote Isomatte.
  • Den R-Wert beachten
  • Länge, Breite, Form beachten

 

Falls du auch ein neuer Schlafsack oder ein neues Zelt kaufen möchtest, dann gibt es unter folgenden Links:

Oder vielleicht möchtest du lieber deine alte Outdoor Ausrüstung pimpen?