The Practice of Living and Dying: Dying as a Rite of Passage

Vom 14. bis zum 19. August 2018 wird Meredith Little von der School of Lost Borders bei uns zu Gast sein und über das „Leben und Sterben als Übergangsritual“ unterrichten.
Wir sind sehr dankbar, dass wir dieses Seminar in unserer Wildnisschule ankündigen dürfen:

Ausgebucht mit Warteliste.

Learning how to die is learning how to live

For millennia indigenous people everywhere have known „how to die“.  Their teacher was the natural world and, over many years and many generations, they learned their lessons well.  Cycles of dying and rebirth were seen everywhere: the setting and rising of the sun, the turning of the seasons, the death of the elderly alongside the birth of a new generation.  Ceremonial rites of passage emerged pan-culturally as a means of supporting, guiding and witnessing this natural process. These rites supported individuals as they let go of one stage of life—the “little deaths”—and were “reborn” into the next.  And these rites supported people as they prepared for the final transition, the big Death that awaits us all.

As our modern culture has grown ever more sophisticated, we have also become ever more divorced from our natural surroundings and from ancient wisdom about living and dying.  We have pushed Death away from Life, the dying away from the living—all in order to impose the illusion of control on the uncertainty of change.  We have lost touch with the natural world and our place in it as mortal animals.  We have forgotten “how to die.”

In 2003, Meredith Little and hospice physician Scott Eberle joined together to create “The Practice of Living and Dying”—a new kind of curriculum that draws from both the hospice movement and the rites of passage movement.

In this particular program we will explore how to move through the dying process—be it a symbolic dying or a physical dying. 
Our aim is both educational and therapeutic.  Educationally, we will see how the growing wisdom of the modern hospice movement and the ancient, pan-cultural wisdom of indigenous ways and the 4 shields can be interwoven: how the wisdom of one world can inform daily practice in the other. Therapeutically, time spent alone in nature each afternoon will encourage you to experience the wisdom of your own nature, and your personal truth about living and dying.  In the late afternoon and evening we will sit in council to hear the stories of this solo time, and learn from each other.

We ask an inseparable pair of questions:  How do we live, so we may fully become our dying?  And how do we accept our dying, so we may fully embrace our living?

***

Seit Jahrtausenden beherrschen indigene Völker aller Welt “die Kunst des Sterbens”. Dies lehrte sie die natürliche Welt, und über den Lauf von Jahren und Generationen hinweg entwickelten sie diese Kunst zur Meisterschaft. In allen Dingen wurden Zyklen von Tod und Wiedergeburt erkannt: im Sonnenuntergang und -aufgang, im Wechsel der Jahreszeiten, im Tod der Alten und in die Geburt einer neuen Generation.  Als Ausdruck dessen bildeten sich kulturübergreifende zeremonielle Übergangsriten heraus, die Menschen dabei unterstützten und begleiteten, eine Lebensphase loszulassen (die “kleinen Tode” zu sterben) und in der nächsten “wiedergeboren zu werden”. Zudem dienten ihnen die Riten zur Vorbereitung auf den letzten Übergang, den großen Tod, der uns alle erwartet.

Während unsere moderne Kultur sich immer weiter entwickelte, gab es eine zunehmende Entfremdung und Trennung von unserer natürlichen Umgebung und von der alten Weisheit vom Leben und Sterben. Unsere Verbindung zur Natur und zu unserem Platz darin als sterbliche Wesen ging verloren.

In den Sechziger – und Siebzigerjahren setzte in zwei Bereichen gleichzeitig ein langsames Wiederentdecken der vergessen “Kunst des Lebens und Sterbens” ein. Zum einen gab es die Hospizbewegung, zum anderen die Bewegung “Wilderness Rites of Passage”, die, kurz nachdem sich Steven Foster und Meredith Little 1974 begegneten, entstand. Beide gehörten zu den Pionieren dieser bahnbrechenden Arbeit, die schließlich zur Gründung der “School of Lost Borders” führte.

2003 trafen diese beiden Welten auf ungewöhnliche und intime Weise aufeinander, als der Hospizarzt Scott Eberle gebeten wurden, Steven in seinen letzten Lebensmonaten zu begleiten. Monate nach Stevens Tod bat Meredith Scott, mit ihr zusammen Kurse zu diesem besonderen Grenzbereich zu leiten. Gemeinsam entwickelten sie “Die Praxis des Lebens und Sterbens”: Seminare und Zeremonien, die die Teilnehmer dabei unterstützten, “sterben zu lernen, um zu leben”.

In diesem Seminar erforschen wir nicht nur, wie wir uns durch den Sterbeprozess, symbolisch oder physisch, bewegen können, sondern schlagen auch eine Brücke zwischen den wachsenden Erkenntnissen der modernden Hospizbewegung und der alten, kulturübergreifende Weisheit indigener Völker. Unser Ziel ist dabei sowohl bildend und wissensvermittlend als auch therapeutisch. Auf der Ebene der Wissensvermittlung werden wir erkunden, wie diese Verbindung sich gegenseitig im Alltag befruchten kann. Auf der therapeutischen Ebenen werden die Teilnehmer ermutigt, während des Seminars, Zeit alleine in der Natur zu verbringen, und die eigene Weisheit und Wahrheit über das Leben und Sterben zu entdecken. Am späten Nachmittag und Abend kommen wir im Councilkreis zusammen, um die Geschichten dieser Solozeit zu erzählen und zu spiegeln.

Das symbolische und physische Sterben weisen erstaunliche Ähnlichkeiten auf. Viele allegorische Lehren aus aller Welt beschreiben die Kunst des Sterbens. “Die Praxis des Lebens und Sterbens” beruft sich auf eine dieser Allegorien, auf eine Lehre der zentralamerikanischen Mayas und die zeremonielle Vorbereitung der Ballspieler auf das heilige Spiel der kulturellen Erneuerung, das auf dem großen Ballspielplatz ausgetragen wurde. Diese Lehre zufolge umfasst eine bewusste Reise in den (symbolischen oder physischen) Tod vier Schritte: Den Pfad der Entscheidung, die Todeshütte, den Bestimmungskreis und den großen Ballspielplatz.

In dieser Zeremonie- und Seminarwoche wird diesen Schritten jeweils ein ganzer Tag (und Nacht) gewidmet. Nach einem symbolischen Tod führt der Übergang zurück auf den Pfad der Entscheidung, als bewusste Hinwendung zum neuen Leben, das vor einem liegt. Die Herausforderung ist nun, die Erfahrungen dieses Rituals in das neue Leben zu integrieren.

Der Tod erinnert uns, dass wir nicht von der Natur und der Erde getrennt sind, und lehrt uns, unser Leben voll und ganz zu leben.

In der Gemeinschaft erforschen wir Wege, diese universelle Weisheit zu kultivieren. So finden wir heraus, dass uns der Tod auch zu einander führen kann, indem er uns ermöglicht tiefer in das Menschsein, das uns alle verbindet, vorzudringen. 

(Übersetzung aus dem Englischen teilweise von: Matthias Fersterer)

 

***

“The land around us (and within us) teaches with each passing season, and with each flood, drought, fire and storm, that out of change, crisis and a dying to what was, there appears a new story of form and adaptation. And that how we respond and integrate change into the fabric of our ongoing story colors the character of what comes next.” Meredith Little

Meredith and her husband Steven Foster co-founded Rites of Passage Inc. in 1976 and The School of Lost Borders in 1981, pioneering new methods and dynamics of modern pan-cultural passage rites in the wilderness, and creating innovative practices of  “field eco-therapy.”  The essence of their work is captured in articles, chapters, an award-winning documentary film, Lost Borders: Coming of Age in the Wilderness, and books that include: The Book of the Vision Quest, The Roaring of the Sacred River, The Four Shields: The Initiatory Seasons of Human Nature.  Since Steven’s death in 2003 Meredith continues both nationally and internationally to guide and train others. She has also co-founded along with Scott Eberle a new branch of Lost Borders entitled The Practice of Living and Dying, to help break the taboos and silence that pervade the subject of death and to help restore dying to its natural place in the cycles of life. Meredith is currently the director of The Practice of Living and Dying, Lost Borders International, and owner of Lost Borders Press.

***

In „The Practice of Living and Dying – Dying as a Rite of Passage“ werden u.a. folgende Inhalte thematisiert:

  • The 4 shields of human nature / Die 4 Schilde der menschlichen Natur
  • Moderne pankulturelle Übergangsrituale in der Wildnis
  • Medizinwanderungen in der Natur, die Natur als Spiegel
  • Threshold, Schwelle
  • Decision road, death lodge, purpose circle, the great ballcourt
  • Council und Spiegeln
  • Selfgenerated ceremony
  • Indigene Sicht- und Lebensweise

 

Termin: 14. –  19. August 2018

Dauer: 6 Tage, von Dienstagabend 18 Uhr bis Sonntagmittag 12 Uhr

Seminarleitung: Meredith Little

Seminarsprache: Achtung: Dieses Seminar findet auf Englisch statt. Englischkenntnisse sind notwendig für die Teilnahme.

Teilnehmerzahl: Wir haben entschieden, die Teilnehmerzahl auf maximal 20 Teilnehmer zu begrenzen. Wer gerne mit dabei sein möchte, dem können wir empfehlen, sich rechtzeitig anzumelden.

Zielgruppe: Das Seminar eignet sich für alle Menschen, die ihre eigene sterbliche Natur entdecken möchten, die vor einem Übergang im Leben stehen, die Loslassen möchten, um weitergehen zu können, die einen lieben Menschen verloren haben, die vom Tod über das Leben lernen möchten, die sich selbst auf ihren letzten Übergang vorbereiten möchten, die lernen möchten, die „kleinen Tode“ zu sterben, die Ritualarbeit und Übergangsriten nach der Tradition der „School of Lost Borders“ kennenlernen möchten, die die Natur als Spiegel erfahren möchten, die im Council sitzen und mit dem Herzen sprechen und zuhören möchten,…

Ort: Taunus, nahe Wiesbaden/Bad Schwalbach

Kosten: 600 €, inkl. Unterkunft und Verpflegung. (100 € Anzahlung -non refundable- bei der Anmeldung.)

Genau wie bei unseren anderen Kurse, findet dieses Seminar draußen statt und übernachten die Teilnehmer im eigenen Zelt. 

Mehr praktische Info’s: Anreise, Kursablauf, Unterkunft, Essen,… 

 

Hier anmelden

Ausgebucht mit Warteliste. Das Seminar ist voll. Interessierte nehmen wir gerne in die Warteliste auf; sie können nachrücken falls Plätze frei werden.

Mehr Videos der School of Lost Borders


„No yearning for an afterlife, no looking beyond, no belittling of death, but only longing for what belongs to us and serving earth, lest we remain unused.“
Rainer Maria Rilke